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Wie läuft ein Unternehmensverkauf Schritt für Schritt ab?

Mario Straßberger ·
Aufgeklapptes Notizbuch mit Füllfederhalter auf hellem Eichenholzschreibtisch neben Laptop und kleiner Sukkulente im Tageslicht.

Ein Unternehmensverkauf läuft in der Regel in mehreren klar definierten Phasen ab: von der Vorbereitung und Unternehmensbewertung über die Käufersuche und Verhandlungen bis hin zur Due Diligence und dem notariellen Vertragsabschluss. Der gesamte Prozess dauert je nach Unternehmensgröße und Komplexität zwischen sechs Monaten und zwei Jahren. Die folgenden Fragen beleuchten die wichtigsten Schritte und Aspekte, die Sie beim Verkauf Ihres Unternehmens kennen sollten.

Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf in der Regel?

Ein Unternehmensverkauf dauert in den meisten Fällen zwischen zwölf und achtzehn Monaten. Kleinere Unternehmen mit überschaubarer Struktur können schneller verkauft werden, manchmal in sechs bis neun Monaten. Bei größeren oder komplexeren Betrieben, etwa mit mehreren Standorten oder komplizierten Eigentümerstrukturen, kann der Prozess auch zwei Jahre oder länger in Anspruch nehmen.

Die Dauer hängt von mehreren Faktoren ab. Wie gut ist das Unternehmen auf den Verkauf vorbereitet? Wie schnell findet sich ein passender Käufer? Wie reibungslos verlaufen die Verhandlungen und die Due Diligence? Wer frühzeitig mit der Vorbereitung beginnt und alle relevanten Unterlagen ordentlich zusammenstellt, spart oft Monate an Prozesszeit. Eine realistische Erwartungshaltung hilft dabei, den Druck aus dem Prozess zu nehmen und bessere Entscheidungen zu treffen.

Welche Unterlagen werden für einen Unternehmensverkauf benötigt?

Für einen Unternehmensverkauf benötigen Sie vor allem Jahresabschlüsse der letzten drei bis fünf Jahre, eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung, eine Übersicht über Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sowie Informationen zu bestehenden Verträgen, Mitarbeitern und Kunden. Diese Dokumente bilden die Grundlage für die Bewertung und die spätere Due Diligence.

Darüber hinaus spielen folgende Unterlagen eine wichtige Rolle:

  • Gesellschaftsvertrag und Handelsregisterauszug
  • Steuerunterlagen und aktuelle Steuerbescheide
  • Übersicht über laufende Verträge mit Kunden, Lieferanten und Mietverhältnissen
  • Organigramm und Informationen zur Belegschaft
  • Informationen zu Patenten, Lizenzen oder anderen Schutzrechten
  • Ein aussagekräftiges Unternehmensexposé oder Information Memorandum

Je vollständiger und strukturierter diese Unterlagen vorliegen, desto professioneller wirkt das Unternehmen auf potenzielle Käufer. Lücken oder Unklarheiten in der Dokumentation können Verhandlungen verzögern oder das Vertrauen des Käufers beeinträchtigen.

Was ist eine Due Diligence beim Unternehmensverkauf?

Die Due Diligence ist eine systematische Prüfung des Unternehmens durch den potenziellen Käufer. Dabei werden finanzielle, rechtliche, steuerliche und operative Aspekte des Unternehmens gründlich untersucht, um Risiken zu identifizieren und den Kaufpreis zu validieren. Sie findet in der Regel statt, nachdem eine grundsätzliche Einigung über den Kaufpreis erzielt wurde.

Typischerweise gliedert sich die Due Diligence in mehrere Bereiche:

  • Financial Due Diligence: Prüfung der Bilanzen, Gewinn- und Verlustrechnungen sowie der Liquidität
  • Legal Due Diligence: Überprüfung von Verträgen, Rechtsstreitigkeiten und gesellschaftsrechtlichen Strukturen
  • Tax Due Diligence: Analyse der steuerlichen Situation und möglicher Risiken
  • Commercial Due Diligence: Bewertung des Geschäftsmodells, der Marktposition und der Kundenbasis

Für den Verkäufer bedeutet das: Transparenz ist gefragt. Wer relevante Informationen zurückhält oder falsch darstellt, riskiert nicht nur den Abbruch der Verhandlungen, sondern auch rechtliche Konsequenzen nach dem Vertragsabschluss. Eine gute Vorbereitung auf die Due Diligence, zum Beispiel durch einen strukturierten Datenraum, beschleunigt den Prozess erheblich.

Wie wird der Verkaufspreis eines Unternehmens ermittelt?

Der Verkaufspreis eines Unternehmens wird durch eine Unternehmensbewertung ermittelt, die verschiedene Methoden kombiniert. Gängige Ansätze sind das Ertragswertverfahren, das EBITDA-Multiplikator-Verfahren und der Substanzwert. In der Praxis orientiert sich der tatsächliche Kaufpreis jedoch immer auch an Angebot und Nachfrage sowie an der Verhandlungsposition beider Seiten.

Ertragswertverfahren und Multiplikator-Methode

Beim Ertragswertverfahren wird der zukünftige Gewinn des Unternehmens auf den heutigen Zeitpunkt abgezinst. Beim EBITDA-Multiplikator-Verfahren wird das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen mit einem branchenüblichen Faktor multipliziert. Dieser Faktor liegt je nach Branche und Unternehmensgröße typischerweise zwischen drei und acht.

Substanzwert und weitere Einflussfaktoren

Der Substanzwert berücksichtigt den Wert der materiellen Vermögensgegenstände abzüglich der Verbindlichkeiten. Ergänzend fließen qualitative Faktoren in die Bewertung ein: Kundenstamm, Alleinstellungsmerkmale, die Abhängigkeit vom Inhaber, die Qualität des Managements und die Wachstumsperspektiven. Ein Unternehmen mit stabilen Erträgen, einem breiten Kundenstamm und einem eingespielten Team erzielt in der Regel einen höheren Preis als eines, das stark vom Inhaber abhängt.

Was passiert mit den Mitarbeitern beim Unternehmensverkauf?

Beim Unternehmensverkauf bleiben bestehende Arbeitsverhältnisse in der Regel erhalten. Wird das Unternehmen im Wege eines Asset Deals oder einer Betriebsübernahme verkauft, greift Paragraf 613a des Bürgerlichen Gesetzbuches: Alle Arbeitsverträge gehen automatisch auf den neuen Inhaber über, und Mitarbeiter können nicht allein wegen des Betriebsübergangs gekündigt werden.

Beim Share Deal, also dem Kauf von Gesellschaftsanteilen, ändert sich rechtlich gesehen nichts an den Arbeitsverhältnissen, da der Arbeitgeber formal derselbe bleibt. In beiden Fällen haben Mitarbeiter jedoch das Recht, dem Übergang zu widersprechen. Praktisch bedeutet das für Verkäufer und Käufer: Offene und frühzeitige Kommunikation gegenüber der Belegschaft ist wichtig, um Unsicherheiten zu reduzieren und Schlüsselpersonen zu halten. Gerade in der Phase nach dem Verkauf entscheidet oft das Vertrauen der Mitarbeiter darüber, ob der Übergang gelingt.

Wer plant, im Rahmen einer Unternehmensnachfolge eine neue Führungsperson einzusetzen, sollte diesen Schritt sorgfältig planen und kommunizieren, um die Kontinuität im Betrieb zu sichern.

Wann sollte man einen Berater für den Unternehmensverkauf hinzuziehen?

Einen Berater sollten Sie so früh wie möglich in den Prozess einbinden, idealerweise ein bis zwei Jahre vor dem geplanten Verkauf. Ein erfahrener Berater hilft dabei, das Unternehmen verkaufsbereit zu machen, den richtigen Kaufpreis zu ermitteln, geeignete Käufer zu finden und die Verhandlungen professionell zu führen.

Besonders sinnvoll ist eine Beratung in folgenden Situationen:

  • Wenn Sie zum ersten Mal ein Unternehmen verkaufen und keine eigene Erfahrung mit dem Prozess haben
  • Wenn Diskretion gegenüber Mitarbeitern, Kunden oder Wettbewerbern wichtig ist
  • Wenn Sie neben dem Tagesgeschäft keine Zeit haben, den Verkaufsprozess selbst zu steuern
  • Wenn Sie sicherstellen wollen, dass Sie den bestmöglichen Preis erzielen
  • Wenn es sich um eine komplexe Nachfolgeregelung handelt, etwa mit mehreren Gesellschaftern oder einem Generationswechsel

Ein guter Berater bringt nicht nur Prozess-Know-how mit, sondern auch ein Netzwerk aus potenziellen Käufern und Investoren. Das verkürzt die Suche und erhöht die Chance auf einen erfolgreichen Abschluss deutlich. Denken Sie daran: Der Verkauf eines Unternehmens ist oft die größte finanzielle Transaktion im Leben eines Unternehmers. Professionelle Unterstützung zahlt sich hier fast immer aus.

Wie Camillo Consult Sie beim Unternehmensverkauf unterstützt

Wir bei Camillo Consult begleiten Unternehmerinnen und Unternehmer in Thüringen und Mitteldeutschland beim gesamten Prozess der Unternehmensnachfolge. Unser Ansatz basiert auf der bewährten Headhunting-Methodik: Wir identifizieren aktiv geeignete Nachfolger oder Käufer, statt passiv auf Anfragen zu warten. Das macht den Unterschied, wenn Diskretion und Geschwindigkeit gefragt sind.

Konkret unterstützen wir Sie dabei:

  • Einen passenden Nachfolger oder Käufer zu finden, ob als Gesellschafter oder als Fremdgeschäftsführer
  • Den Suchprozess diskret und strukturiert zu gestalten, ohne dass Mitarbeiter oder Kunden frühzeitig informiert werden
  • Kandidaten aus unserem bestehenden Netzwerk anzusprechen, die aktiv nach einer Übernahmemöglichkeit suchen
  • Den Prozess von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Übergabe professionell zu begleiten

Wir verfügen sowohl über Unternehmen im Bestand, die eine Nachfolge suchen, als auch über qualifizierte Kandidaten, die eine solche Chance aktiv anstreben. Wenn Sie über einen Unternehmensverkauf nachdenken oder eine Nachfolge planen, sprechen Sie uns an. Nehmen Sie jetzt Kontakt mit uns auf und wir besprechen gemeinsam, wie wir Sie unterstützen können.

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