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Unternehmensnachfolge oder Verkauf: Was ist 2026 die bessere Wahl?

Mario Straßberger ·
Zwei Dokumentenmappen auf einem Glastisch in einem modernen Erfurter Büro mit Stadtpanorama im Hintergrund.

Ob interne Nachfolge oder Unternehmensverkauf die bessere Wahl ist, hängt vor allem davon ab, ob geeignete Personen im Unternehmen oder im persönlichen Umfeld vorhanden sind und ob der Übergeber primär finanzielle Ziele oder den langfristigen Fortbestand des Unternehmens anstrebt. Wer den Betrieb in vertrauten Händen wissen möchte, wählt häufig die interne Lösung. Wer hingegen den maximalen Erlös sucht oder keine geeigneten Kandidaten kennt, tendiert zum Verkauf. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihre Situation zu treffen.

Wann ist eine interne Nachfolge sinnvoller als ein Verkauf?

Eine interne Nachfolge ist sinnvoller als ein Verkauf, wenn ein geeigneter Kandidat aus dem Familienkreis, der Geschäftsführung oder dem Gesellschafterkreis bereitsteht, der das Unternehmen kennt, die Unternehmenskultur trägt und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. In diesem Fall lässt sich Wissen schneller übertragen, und Kunden sowie Mitarbeiter erleben weniger Unsicherheit.

Ein Verkauf ist dagegen oft die bessere Option, wenn kein passender Nachfolger im Umfeld existiert, wenn der Eigentümer einen klaren Liquiditätsbedarf hat oder wenn das Unternehmen von einem strategischen Käufer profitieren würde, der zusätzliche Ressourcen einbringt. Wichtig ist auch die emotionale Seite: Viele Unternehmer unterschätzen, wie schwer es fällt, das Lebenswerk an Fremde zu übergeben. Eine interne Lösung fühlt sich oft „richtiger“ an, auch wenn sie wirtschaftlich nicht immer die beste Option ist.

Beide Wege haben ihre Berechtigung. Die Frage ist nicht, welcher Weg generell besser ist, sondern welcher zu Ihren Zielen, Ihrem Unternehmen und Ihrem Zeitplan passt.

Welche Faktoren bestimmen den Unternehmenswert bei der Übergabe?

Den Unternehmenswert bei einer Übergabe bestimmen vor allem die Ertragskraft, die Substanz des Unternehmens, die Abhängigkeit vom bisherigen Inhaber sowie die Marktposition und Zukunftsperspektive. Ein Unternehmen, das stark vom persönlichen Netzwerk des Gründers abhängt, wird deutlich niedriger bewertet als eines mit stabilen Strukturen und einem eingespielten Team.

Zu den konkreten Bewertungsfaktoren gehören:

  • Bereinigter Gewinn der letzten drei bis fünf Jahre als Grundlage für Ertragswertverfahren
  • Substanzwert (Maschinen, Immobilien, Lagerbestände, Forderungen)
  • Kundenstamm und Vertragsstruktur (langfristige Verträge erhöhen den Wert)
  • Mitarbeiterstruktur und Schlüsselpersonen
  • Marke, Patente und geistiges Eigentum
  • Branche und Marktentwicklung im Jahr 2026

Bei einer Unternehmensnachfolge spielen auch weiche Faktoren eine Rolle: Wie gut ist das Unternehmen dokumentiert? Gibt es klare Prozesse? Je weniger der Betrieb vom Inhaber persönlich abhängt, desto attraktiver ist er für Nachfolger und Käufer gleichermaßen.

Wie lange dauert eine Unternehmensnachfolge realistisch?

Eine Unternehmensnachfolge dauert realistisch zwischen zwei und fünf Jahren, wenn man den gesamten Prozess von der ersten Planung bis zur vollständigen Übergabe betrachtet. Wer erst dann beginnt, wenn der Abgang unmittelbar bevorsteht, gerät unter Zeitdruck und trifft erfahrungsgemäß schlechtere Entscheidungen.

Die einzelnen Phasen lassen sich grob so einteilen:

  1. Vorbereitungsphase (6 bis 24 Monate): Das Unternehmen fit machen, Dokumentation aufbauen, Bewertung durchführen, Ziele klären
  2. Suchphase (3 bis 12 Monate): Nachfolger oder Käufer identifizieren, erste Gespräche führen
  3. Verhandlungs- und Prüfungsphase (3 bis 6 Monate): Due Diligence, Vertragsgestaltung, Finanzierung klären
  4. Übergabephase (6 bis 24 Monate): Wissenstransfer, Einarbeitung, schrittweiser Rückzug des Übergebers

Wer 2026 plant, seinen Betrieb in den nächsten drei Jahren zu übergeben, sollte jetzt konkret beginnen. Viele Nachfolgen scheitern nicht am fehlenden Willen, sondern am fehlenden Vorlauf.

Was sind die häufigsten Fehler bei der Nachfolgeplanung?

Die häufigsten Fehler bei der Nachfolgeplanung sind ein zu später Start, die Unterschätzung des Zeitaufwands, fehlende Transparenz gegenüber Mitarbeitern und Kunden sowie das Festhalten an unrealistischen Preisvorstellungen. Viele Übergeber wissen außerdem nicht, wie stark ihr Unternehmen vom eigenen Netzwerk abhängt, bis sie es strukturiert analysieren.

Weitere typische Fehler sind:

  • Keine schriftliche Nachfolgestrategie: Ohne klaren Plan fehlt die Orientierung für alle Beteiligten
  • Falscher Kandidat aus familiärem Pflichtgefühl: Nicht jedes Familienmitglied ist geeignet oder möchte wirklich übernehmen
  • Steuerliche Planung zu spät: Gestaltungsspielräume existieren nur, wenn man früh genug handelt
  • Emotionale Blockaden: Der Übergeber hält zu lange an Kontrolle fest und erschwert dem Nachfolger den Einstieg
  • Fehlende Kommunikation: Mitarbeiter und Schlüsselkunden erfahren die Nachfolge zu spät und reagieren mit Unsicherheit

Wer hilft bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger?

Bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger helfen Personalberater mit Spezialisierung auf Unternehmensnachfolge, Steuerberater, M&A-Berater, Industrie- und Handelskammern sowie spezialisierte Netzwerke und Plattformen. Die Wahl des richtigen Partners hängt davon ab, ob Sie einen internen Kandidaten entwickeln oder aktiv einen externen Nachfolger suchen möchten.

Für die Suche nach einem externen Nachfolger, sei es als Gesellschafter oder als Fremdgeschäftsführer, eignet sich ein erfahrener Personalberater besonders gut. Dieser kann diskret vorgehen, gezielt Kandidaten ansprechen und sowohl die fachliche als auch die persönliche Eignung einschätzen. Gerade bei inhabergeführten Unternehmen ist Diskretion während der Suche wichtig, damit keine Unruhe im Betrieb entsteht.

Die Industrie- und Handelskammern bieten zudem kostenlose Erstberatungen und Nachfolgebörsen an. Für komplexere Strukturen mit mehreren Gesellschaftern oder bei einem geplanten Unternehmensverkauf ist zusätzlich ein M&A-Berater sinnvoll.

Welche steuerlichen Aspekte sollte man 2026 beachten?

2026 sollten Unternehmer bei der Nachfolgeplanung vor allem die Erbschaft- und Schenkungsteuer, die Einkommensteuer auf Veräußerungsgewinne sowie mögliche Begünstigungen für Betriebsvermögen im Blick haben. Die steuerliche Gestaltung einer Nachfolge kann den Nettoerlös oder die Belastung für den Nachfolger erheblich beeinflussen.

Folgende steuerliche Aspekte sind besonders relevant:

  • Betriebsvermögensbegünstigung: Bei einer Schenkung oder Erbschaft können Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich begünstigt übertragen werden. Voraussetzung ist unter anderem, dass die Lohnsumme und die Behaltefristen eingehalten werden.
  • Veräußerungsgewinnbesteuerung: Beim Verkauf eines Unternehmens fällt Einkommensteuer auf den Gewinn an. Für Unternehmer ab 55 Jahren oder bei dauerhafter Berufsunfähigkeit gibt es Freibeträge und ermäßigte Steuersätze.
  • Gestaltungszeitraum: Steuerliche Optimierungen brauchen Zeit. Wer kurzfristig übergibt, verliert Spielraum.
  • Holdingstrukturen und Umwandlungen: In manchen Fällen lohnt es sich, die Unternehmensstruktur vor der Übergabe anzupassen, um steuerliche Vorteile zu nutzen.

Lassen Sie sich frühzeitig von einem auf Unternehmensnachfolge spezialisierten Steuerberater begleiten. Die Beratung zahlt sich in fast allen Fällen aus.

Wie Camillo Consult Sie bei der Unternehmensnachfolge unterstützt

Wir bei Camillo Consult begleiten Unternehmen in Thüringen und Mitteldeutschland aktiv bei der Suche nach dem richtigen Nachfolger, ob als Gesellschafter oder als Fremdgeschäftsführer. Unsere Herangehensweise basiert auf der bewährten Headhunting-Methodik, ergänzt um die spezifischen Anforderungen einer Nachfolgeregelung.

Das unterscheidet unsere Arbeit:

  • Wir verfügen über einen aktiven Pool an Kandidaten, die gezielt nach einer Übernahmemöglichkeit suchen
  • Gleichzeitig haben wir Unternehmen im Bestand, die eine Nachfolge anbieten
  • Wir arbeiten diskret und strukturiert, damit weder Mitarbeiter noch Kunden frühzeitig verunsichert werden
  • Wir finden nicht nur fachlich geeignete Kandidaten, sondern achten auch auf die persönliche und kulturelle Passung
  • Als Headhunter aus Thüringen kennen wir den regionalen Markt und die Besonderheiten mittelständischer Betriebe in der Region

Ob Sie gerade erst mit dem Nachdenken beginnen oder bereits konkrete Pläne haben: Sprechen Sie uns an. Wir helfen Ihnen, den nächsten Schritt klar zu definieren. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und erfahren Sie, wie wir Ihre Nachfolge gemeinsam angehen können.

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