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Welche Fehler sollte man beim Unternehmensverkauf vermeiden?

Mario Straßberger ·
Aufgeschlagenes Leder-Portfolio mit Stift auf Glasschreibtisch, Laptop im Hintergrund, natürliches Bürolicht.

Beim Unternehmensverkauf gibt es eine Reihe von Fehlern, die den Prozess erheblich erschweren oder den Verkaufspreis deutlich senken können. Die häufigsten Stolpersteine sind mangelnde Vorbereitung, eine unrealistische Bewertung, fehlende Diskretion und die falsche Auswahl potenzieller Käufer. Wer diese Punkte frühzeitig kennt, kann gezielt gegensteuern und den Verkauf seines Unternehmens deutlich erfolgreicher gestalten.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Unternehmensverkauf?

Den richtigen Zeitpunkt für einen Unternehmensverkauf gibt es nicht als festes Datum, aber es gibt klare Signale, die dafür sprechen: Das Unternehmen läuft gut, die Zahlen stimmen, und der Markt ist aufnahmefähig. Wer wartet, bis persönliche oder wirtschaftliche Not den Verkauf erzwingt, verkauft fast immer zu schlechten Konditionen.

Ein gut laufendes Unternehmen erzielt deutlich bessere Verkaufspreise als eines, das gerade kämpft. Das liegt daran, dass Käufer Risiken einpreisen. Je stabiler die Ertragslage und je klarer die Zukunftsperspektive, desto attraktiver ist das Unternehmen für potenzielle Erwerber.

Persönliche Faktoren spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Wer aus Altersgründen oder wegen eines Karrierewechsels verkaufen möchte, sollte das frühzeitig planen, idealerweise drei bis fünf Jahre im Voraus. So bleibt genug Zeit, das Unternehmen verkaufsreif zu machen und die Unternehmensnachfolge strukturiert anzugehen.

Warum ist eine mangelhafte Vorbereitung der häufigste Fehler?

Mangelhafte Vorbereitung ist der häufigste Fehler beim Unternehmensverkauf, weil viele Eigentümer den Prozess unterschätzen. Ein Verkauf ist kein spontaner Vorgang, sondern ein komplexes Projekt, das Monate oder sogar Jahre in Anspruch nehmen kann. Wer unvorbereitet in Verhandlungen geht, verliert Zeit, Geld und oft auch potenzielle Käufer.

Zur guten Vorbereitung gehören unter anderem:

  • Vollständige und aktuelle Finanzunterlagen der letzten drei bis fünf Jahre
  • Ein klares Bild der Unternehmensstruktur, Prozesse und Abhängigkeiten
  • Bereinigte Zahlen, die zeigen, was das Unternehmen tatsächlich erwirtschaftet
  • Ein aussagekräftiges Exposé, das das Unternehmen professionell darstellt
  • Klarheit über steuerliche und rechtliche Aspekte des Verkaufs

Viele Eigentümer unterschätzen auch, wie viel Zeit sie selbst in den Verkaufsprozess investieren müssen, ohne dabei das laufende Geschäft zu vernachlässigen. Das ist einer der Gründe, warum eine strukturierte Vorbereitung so wichtig ist.

Welche Rolle spielt die Unternehmensbewertung beim Verkaufsprozess?

Die Unternehmensbewertung ist der Ausgangspunkt für alle Verhandlungen beim Unternehmensverkauf. Eine zu hohe Bewertung schreckt ernsthafte Käufer ab, eine zu niedrige kostet den Verkäufer bares Geld. Eine realistische, gut begründete Bewertung schafft Vertrauen und beschleunigt den gesamten Prozess.

Der häufige Fehler: Viele Unternehmer orientieren sich an dem, was sie sich persönlich vorstellen oder was sie für ihre Lebensleistung als angemessen empfinden. Das ist menschlich verständlich, aber aus Käufersicht irrelevant. Käufer schauen auf Ertragskraft, Risiken, Marktposition und Zukunftspotenzial.

Gängige Bewertungsverfahren sind das Ertragswertverfahren, das EBIT-Multiple-Verfahren und der Substanzwert. Welches Verfahren passt, hängt von der Branche, der Unternehmensgröße und dem Käufertyp ab. Wer hier ohne Fachkenntnis vorgeht, riskiert entweder einen zu niedrigen Preis oder langwierige Verhandlungen, die ins Leere laufen.

Wie schadet mangelnde Diskretion dem Unternehmensverkauf?

Mangelnde Diskretion kann einen Unternehmensverkauf zum Scheitern bringen, noch bevor er richtig begonnen hat. Wenn Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten zu früh erfahren, dass das Unternehmen verkauft werden soll, entstehen Unsicherheit, Gerüchte und im schlimmsten Fall Abwanderung. Das schadet dem Unternehmenswert direkt.

Konkret bedeutet das: Schlüsselmitarbeiter kündigen, weil sie Angst vor Veränderungen haben. Kunden wechseln zu Wettbewerbern, weil sie die Kontinuität infrage stellen. Lieferanten werden zurückhaltender. All das schwächt das Unternehmen genau in dem Moment, in dem es möglichst stark dastehen sollte.

Diskretion im Verkaufsprozess bedeutet, Informationen nur an vorqualifizierte und ernsthaft interessierte Käufer weiterzugeben, und das erst nach Unterzeichnung einer Vertraulichkeitsvereinbarung. Wer diesen Schritt überspringt, riskiert nicht nur den Verkauf, sondern auch den Ruf des Unternehmens.

Sollte man einen Unternehmensverkauf ohne Berater durchführen?

Einen Unternehmensverkauf ohne erfahrene Berater durchzuführen ist möglich, aber in den meisten Fällen nicht empfehlenswert. Der Prozess ist rechtlich, steuerlich und verhandlungstechnisch komplex. Wer hier ohne Unterstützung agiert, läuft Gefahr, teure Fehler zu machen, die sich im Nachhinein kaum korrigieren lassen.

Gute Berater bringen mehrere Vorteile mit:

  • Sie kennen den Markt und wissen, welche Käufer realistisch infrage kommen
  • Sie führen Verhandlungen professionell und emotionslos
  • Sie sichern die Diskretion des Prozesses ab
  • Sie helfen dabei, die Unternehmensbewertung realistisch und gut begründet aufzustellen
  • Sie koordinieren Anwälte, Steuerberater und andere Beteiligte

Besonders bei der Suche nach einem Nachfolger oder einem strategischen Partner lohnt sich professionelle Unterstützung. Wer das Unternehmen in gute Hände übergeben möchte, braucht jemanden, der sowohl den Markt kennt als auch diskret und strukturiert vorgeht.

Was passiert, wenn die Käuferauswahl vernachlässigt wird?

Wenn die Käuferauswahl beim Unternehmensverkauf vernachlässigt wird, endet der Prozess häufig mit einem ungeeigneten Käufer, einem niedrigeren Preis oder einem geplatzten Deal in letzter Minute. Nicht jeder, der Interesse zeigt, ist auch der richtige Erwerber für das Unternehmen.

Ein häufiger Fehler ist es, mit dem erstbesten Interessenten in intensive Verhandlungen zu gehen, ohne vorher zu prüfen, ob dieser die nötige Finanzierung, das Know-how und die strategische Ausrichtung mitbringt. Das kostet Zeit und lenkt den Eigentümer vom laufenden Geschäft ab.

Zur sorgfältigen Käuferauswahl gehört:

  • Eine klare Definition des idealen Käuferprofils im Vorfeld
  • Prüfung der finanziellen Leistungsfähigkeit potenzieller Erwerber
  • Bewertung der strategischen Passung und der Pläne für das Unternehmen
  • Einschätzung, ob der Käufer die Unternehmenskultur und die Mitarbeiter respektiert

Gerade bei familiengeführten Unternehmen oder solchen mit einer starken regionalen Verwurzelung ist die menschliche Passung oft genauso wichtig wie der Kaufpreis. Wer das ignoriert, riskiert, dass der Übergang scheitert, auch wenn der Vertrag bereits unterschrieben ist.

So unterstützt Camillo Consult beim Unternehmensverkauf und der Nachfolge

Wir bei Camillo Consult begleiten Unternehmen in Thüringen und Mitteldeutschland dabei, den richtigen Nachfolger oder Käufer zu finden. Dabei nutzen wir dieselbe bewährte Methodik wie beim Executive Search: strukturiert, diskret und mit einem tiefen Verständnis für die Region und ihre Unternehmen.

Konkret helfen wir dabei:

  • Geeignete Nachfolger oder Käufer aus unserem Netzwerk zu identifizieren, sei es als Gesellschafter, Fremdgeschäftsführer oder strategischer Partner
  • Den Suchprozess diskret und professionell zu steuern, ohne dass Mitarbeiter, Kunden oder Wettbewerber vorzeitig informiert werden
  • Kandidaten vorzuqualifizieren, damit Sie nur mit wirklich geeigneten Interessenten in Kontakt treten
  • Unternehmen mit Nachfolgebedarf mit Kandidaten zusammenzubringen, die aktiv nach einer solchen Chance suchen

Ob Sie ein Unternehmen übergeben oder übernehmen möchten: Wir kennen beide Seiten und sprechen Ihre Sprache. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf und erfahren Sie, wie wir Sie bei Ihrer Unternehmensnachfolge konkret unterstützen können.

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